Biologisch abbaubar, kompostierbar, recycelbar: Was ist der Unterschied?

Drei Begriffe, die wir ständig auf Verpackungen sehen, werden synonym gebraucht — meinen aber nicht dasselbe. Worauf sollte man bei der Produktwahl achten?

Wer im Supermarkt einen Teller mit der Aufschrift „umweltfreundlich“ in die Hand nimmt, begegnet auf dem Etikett drei verschiedenen Begriffen: biologisch abbaubar, kompostierbar, recycelbar. Oft synonym verwendet, beschreiben diese Konzepte in Wirklichkeit unterschiedliche Prozesse, Zeiträume und Ergebnisse. Wer richtig wählen will, muss den Unterschied kennen.

Recycelbar

Das bedeutet, das Material kann gesammelt, aufbereitet und wieder zu Rohstoff verarbeitet werden. Papier, Glas und einige Kunststoffe gehören dazu. Für Einweg-Lebensmittelverpackungen gibt es in der Praxis jedoch ein großes Problem: Mit Essensresten verschmutztes Plastik wird in den meisten Anlagen nicht recycelt, sondern geht direkt in die Verbrennung oder auf die Deponie. Dass es auf dem Etikett steht, heißt nicht, dass es tatsächlich recycelt wird.

Biologisch abbaubar

Das heißt, das Material kann mit der Zeit von Mikroorganismen zersetzt werden. Klingt gut, lässt aber zwei Fragen offen: in welcher Zeit, und was bleibt zurück? Manche „biologisch abbaubaren“ Kunststoffe zersetzen sich nur in industriellen Hochtemperaturanlagen; in der Natur oder zu Hause bleiben sie jahrelang erhalten und zerfallen zu Mikroplastik.

Kompostierbar

Das ist der klarste Begriff: Das Material zersetzt sich unter definierten Bedingungen in definierter Zeit vollständig und geht ohne giftige Rückstände in den Boden über. Auch hier ist die Unterscheidung zwischen „industriell kompostierbar“ und „heimkompostierbar“ wichtig. Ersteres verlangt eine Anlage mit 55–60 Grad; Letzteres kann sich auf dem Komposthaufen im eigenen Garten zersetzen.

Die Frage lautet nicht „Zersetzt es sich?“, sondern „Wo, wie schnell und mit welchen Rückständen?“

Wo steht Biogranul?

Biogranul-Produkte bestehen zu hundert Prozent aus landwirtschaftlichen Abfällen, ohne chemische Bindemittel oder Kunststoffzusätze. Da ihre Struktur keine Erdölderivate enthält, hinterlassen sie beim Zersetzen kein Mikroplastik; zurück bleibt nur das Material, aus dem sie stammen — Pflanzenfaser. Das bedeutet, das Produkt kann zusammen mit dem Bioabfall oder auf dem Gartenkompost in die Natur zurückkehren, ohne auf eine Industrieanlage zu warten.

Was sagen Zertifikate?

Internationale Kompostierbarkeitsnormen (wie EN 13432) verlangen, dass sich ein Material innerhalb einer festgelegten Zeit zu einem festgelegten Anteil zersetzt und keine giftigen Rückstände hinterlässt. Bei der Produktwahl ist der Blick darauf, nach welcher Norm geprüft wurde, verlässlicher als die Slogans auf dem Etikett. Bei Biogranul führen wir die Zertifizierung unserer Produkte nach diesen Normen fort.

Beim Lesen des Etiketts genügt eine kurze Checkliste: Enthält es Plastik oder Harz? Braucht es zur Zersetzung eine Spezialanlage? Was bleibt zurück? Sind die Antworten auf diese drei Fragen klar, wissen Sie, was wirklich hinter dem Wort „umweltfreundlich“ steckt.

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